Eine Tröstgeschichte aus dem Schneckental
Manni kam langsam bei Linné im Schneckental an.
Irgendwie war in ihr alles schwer.
Sie hatte gerade etwas erlebt,
das sie im Moment niemandem erzählen konnte.
Es tat weh. Es machte sie traurig, müde und schwer. Und irgendwo in ihr hatte sie das Gefühl, als würde jetzt auch noch eine Grippe kommen.
Manni setzte sich ganz still neben Linné.
Sie sagte nichts.
Linné schmiegte sich ein kleines bisschen an Manni,
ganz ohne Worte.
Eine Weile saßen sie einfach da.
Dann seufzte Manni leise.
„Ich habe so viele Sorgen“, sagte sie.
„Manche sind ganz groß.
Manche sind ganz klein.
Und manche fühlen sich so an,
als würden sie niemals aufhören.“
Linné legte ganz langsam den Kopf ein wenig schief.
„Sorgen sind schwere Gedanken“, sagte sie. „Aber weißt du was?
Man muss sie gar nicht wegmachen.
Und man muss sie auch gar nicht alleine tragen.“
Manni schaute Linné an.
„Und was mache ich dann jetzt damit?“
Linné lächelte ein kleines, ruhiges Lächeln.
„Zeig sie mir doch“, sagte sie.
„Wenn du magst, erzähl sie mir.
Vielleicht gibst du sie mir auch.
So eine nach der anderen.“
Manni schloss kurz die Augen.
Dann ließ sie ihre erste Sorge los.
Sie war immer noch da.
Aber sie war jetzt nicht mehr alleine damit.
„So funktioniert Sorgenfressen“,
sagte Linné leise.
„Die Sorgen verschwinden nicht einfach.
Aber du weißt,
dass du sie nicht mehr alleine tragen musst.
Du kannst sie teilen.“
Manni rückte ein kleines Stückchen näher.
Die Sorgen wurden nicht sofort leichter.
Aber sie fühlten sich
gar nicht mehr so schwer an.
Und für diesen Moment
war das mehr als genug.
By the way:‘
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