Ein leiser Spaziergang durch den Tag

Hand in Hand. Mit Linné

Es gibt Momente im Leben, auf die uns niemand vorbereiten kann.

Ein einziger Satz genügt. Eine Sekunde.
Ein Arztgespräch. Ein Anruf. Eine Diagnose. Und plötzlich fühlt sich die Welt nicht mehr so an wie noch einen Augenblick zuvor. Während draußen alles seinen gewohnten Gang geht, scheint die eigene Zeit stillzustehen. Menschen gehen zur Arbeit, Kinder lachen auf den Spielplätzen, irgendwo mäht jemand den Rasen – und gleichzeitig hat man das Gefühl, als hätte jemand den Boden unter den eigenen Füßen weggezogen.

Im Januar stand auch unsere Welt plötzlich still. Mein Mann bekam die Diagnose Krebs. Fast gleichzeitig ging es unserem schwerbehinderten Sohn Niklas deutlich schlechter. Ich erinnere mich noch gut an diese Zeit. An die Morgen, an denen ich am Küchentisch saß, in meine Teetasse schaute und nicht wusste, wie ich diesen einen Tag schaffen sollte. Nicht die nächsten Wochen. Nicht die kommenden Monate. Einfach nur diesen einen Tag.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl.

Man funktioniert. Vollautomatisiert. Man erledigt Dinge, weil sie erledigt werden müssen. Man bringt Kinder zur Schule, kocht Essen, beantwortet Nachrichten oder sitzt im Wartezimmer. Und trotzdem fühlt es sich an, als würde ein Teil der eigenen Seele ein paar Schritte hinter dem Körper zurückbleiben.

In solchen Zeiten habe ich gemerkt, dass ich keine klugen Ratschläge brauchte. Ich brauchte auch niemanden, der mir erklärte, dass irgendwann wieder bessere Tage kommen würden. Tief in meinem Herzen weiß ich das auch irgendwie immer- Lebenserfahrung nennt man das ja auch. Aber dieses Wissen hilft in solchen Moment nicht. Es greift nicht. Diese Worte sind wie Glocken: glänzen von außen und sind innen hohl.

Was ich gebraucht hätte, war jemand, der sich einfach leise neben mich setzt. Jemand, der nichts von mir erwartet. Der mir nicht sagt, ich müsse jetzt stark oder tapfer sein. Sondern jemand, der einfach bleibt.

Genau das fand ich ja bereits vor 3 Jahren in Linné. Die wundervolle, langsame Linné, die einfach da ist und nicht erwartet, dass man jetzt besonders effizient ist. Oder sonst noch was. Im Februar wurde mir noch einmal deutlicher, warum Linné überhaupt ihren Weg in mein Leben gefunden hat. Sie erinnert mich daran, dass Langsamkeit keine Schwäche ist. Dass ein einziger Atemzug manchmal genug sein darf. Und dass niemand einen ganzen Berg auf einmal erklimmen muss.

Aus diesen Monaten heraus ist schließlich mein neues Buch entstanden:

„Ein leiser Spaziergang durch den Tag. Hand in Hand. Mit Linné.“

Es ist kein Ratgeber. Es erklärt nicht, wie Trauer funktioniert oder wie man Krisen bewältigt. Es kann auch keine schnellen Lösungen anbieten (stell dir vor: die gibt´s nämlich nicht). Stattdessen begleitet es dich durch einen einzigen Tag. Vom ersten vorsichtigen Öffnen der Augen am Morgen bis zur Geborgenheit der Nacht.

Unterwegs begegnen dir kleine Geschichten, sanfte Rituale, Mitmachseiten und Bilder, die wie kleine Ruheinseln wirken dürfen. Weil sie dir und dem Schmerz für einen Moment einen sicheren Platz geben.

Vielleicht ist genau das das Geheimnis des Schneckentals:

Dort muss niemand funktionieren. Dort darf man müde sein. Dort darf man schweben, wenn die Wirklichkeit gerade zu schwer geworden ist. Dort reicht manchmal ein Glas Wasser, ein Blick in den Himmel oder das leise Rascheln einer Pusteblume, um sich selbst wieder ein kleines Stück näherzukommen.

Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich selbst erfahren habe, wie wertvoll ein stiller Begleiter sein kann. Weil ich weiß, wie sich lange Nächte anfühlen. Wie laut Gedanken werden können. Und wie viel Trost manchmal in einem einzigen liebevollen Satz liegt.

Eine meiner liebsten Stellen im Buch sagt deshalb:

„Weißt du, manche sagen: ‚Du musst jetzt stark sein.‘ Beliebt ist auch: ‚Du musst tapfer sein.‘ Ich finde: Musst du nicht. Ich bin schließlich auch nicht stark. Oder tapfer. Ich bin schleimig, langsam, und mein Häuschen hat eine Delle. Aber ich bin da. Und das zählt.“

ich glaube: alles, was wir Menschen manchmal wirklich brauchen, ist jemand, der sich still neben dich setzt und die Hand hält. OHNE Worte. Ohne To-Dos, ohne Erinnerungen und ja, ohne Plan. Und vielleicht erinnert uns dieser Jemand dann daran, dass wir den ganzen Weg heute noch gar nicht sehen müssen.

Es reicht der nächste Atemzug, der nächste kleine Schritt.

Und genau dafür ist dieses Buch gedacht.

Aus tiefer Dankbarkeit fließen übrigens zehn Prozent aller Einnahmen an ROTE NASEN Deutschland e. V.. Weil ich glaube, dass Trost sich vermehren darf, wenn wir ihn miteinander teilen. Dass ein Lächeln Hoffnung schenken kann. Und dass selbst ein kleiner Lichtfunken manchmal ausreicht, um eine dunkle Nacht ein wenig heller werden zu lassen.

Vielleicht kennst du jemanden, dessen Welt vor Kurzem still geworden ist.

Dann gib ihm Linné. Sie wird nicht alle Antworten kennen. Aber sie wird sich leise dazusetzen.

Und manchmal ist genau das das größte Geschenk.

Ich freue mich sehr, dass „Ein leiser Spaziergang durch den Tag. Hand in Hand. Mit Linné.“ ab sofort erhältlich ist. Wenn dieses Buch einem Menschen in einer schweren Zeit ein wenig Trost schenken darf oder ihm das Gefühl gibt, nicht allein zu sein, dann hat es genau das erreicht, wofür ich es geschrieben habe.

Du findest das Buch ab sofort in meinem Shop auf etsy (einfach hier draufklicken). Ich wünsche mir von Herzen, dass Linné ihren Weg zu all den Menschen findet, die gerade einen leisen Begleiter an ihrer Seite brauchen.

Deine Susa & Linné 🤍


Blick ins Buch:

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